Verein für Deutsche Schäferhunde

Ortsgruppe Kolbermoor e.V.

LG Bayern-Süd

Das Gebiss – Die Zähne

Auf Grund der typischen Lebensweise der Hunde eignet sich das Gebiss in erster Linie zum Fangen, Zerreißen und Zerkleinern der Beute. Das Kiefergelenk des Hundes erlaubt daher auch kaum zermahlende Kaubewegungen, sondern wirkt durch die hinteren Zähne wie ein schneiden-der Brechscherenmechanismus.

 

Das Milchgebiss

Während bei der Geburt bei unserem Hund noch keine Zähne vorhanden sind, brechen zunächst die Milchzähne - etwa im Alter von 4 Wochen - im Unterkiefer, auch manchmal etwas früher, durch. Mit Ende der 6. Lebenswoche ist dann das vollständige Milchgebiss ausgebildet.

Es besteht im Ober- und Unterkiefer links und rechts jeweils aus:

  • 3  Milchinzisiven (Schneidezähne)
  • 1  Milchcaninus (Fangzahn)
  • 3  Milchprämolaren

Zahnformel des Milchgebisses

3

·

1

·

3

·

0

 =  28

3

·

1

·

3

·

0

Der vorletzte Milchprämolar des Oberkiefers und der letzte Milchprämolar im Unterkiefer arbeiten zusammen und bilden die Reißzähne. Die Milchzähne sind graziler und spitzer geformt als die bleibenden Zähne und häufig leicht bläulich gefärbt. Jeder Zahn besteht aus Zahnkrone, Zahnwurzel und Zahnhöhle. Das Milchgebiss hat insgesamt 28 Zähne, es fehlen hier die Prämolaren 1 (4 Stück) und die Molaren (10 Stück), die nur einmal für das bleibende Gebiss heranwachsen.

 

Zahnwechsel

Der Zahnwechsel ist bei unserem Hund ein komplizierter Vorgang, der auch bestimmt nicht schmerzfrei ist. Da auch die Milchzähne vollständig ausgebildete und - besonders am Fangzahn - bemerkenswert lange Wurzeln besitzen, müssen diese durch den Druck der nachwachsenden Zahnkeime der zweiten Bezahnung resobiert, das heißt aufgelöst werden. Wahrscheinlich wird dieser Vorgang auch durch spezielle Fresszellen unterstützt. Die Milchzahnwurzel wird also von innen und außen abgebaut, bis der Zahn seine Verankerung im Zahnfleisch und im knöchernen Zahnfach verliert und ausfällt. Der Zahnwechsel beginnt meist im Alter von dreieinhalb Monaten und ist in der Regel mit sechs Monaten bei unserem Hund abgeschlossen.

 

Der Zahnwechsel beginnt mit den Schneidezähnen, dann erscheinen die Prämolaren 1, die keinen Milchzahnvorläufer haben und nur einmal ausgebildet werden. Nacheinander erscheinen die Molaren (auch kein Milchzahnvorläufer) und dann werden die Prämolaren gewechselt. Die Fangzähne brauchen auf Grund ihrer langen Wurzeln besonders lange zum Ausfallen und es kommt auch häufig vor, dass der Milchfangzahn (blauverfärbt und wackelig) noch vorhanden und daneben bereits der bleibende Fangzahn durchgebrochen ist. Doch so kleine Defekte werden auf natürlichem Wege innerhalb kurzer Zeit von selbst behoben. Während des Zahnwechsels kann es auch durchaus zu einer kurzfristigen Unausgeglichenheit des Scherengebisses kommen, das sich in der Regel nach Abschluss des Zahnwechsels und nach Fertigwuchs des bleibenden Gebisses von selbst wieder reguliert. Bleibende Fehler am Scherengebiss, Über- oder Unterbiss, werden mit Zuchtverbot geahndet, denn hier ist die Gefahr der Vererblichkeit gegeben.

 

Das bleibende Gebiss

Das vollständige, bleibende Gebiss des Hundes umfasst jeweils links und rechts folgende Zähne:

  • 3 Inzisiven (Schneidezähne)
  • 1 Caninus (Fangzahn)
  • 4 Prämolaren (Vorbackenzähne)
  • 2 Molaren (Backenzähne) im Oberkiefer
    bzw.
  • 3 Molaren (Backenzähne) im Unterkiefer

Zahnformel des bleibenden Gebisses

3

·

1

·

4

·

2

 =  42

3

·

1

·

4

·

3

Insgesamt befinden sich also im bleibenden, vollständigen Gebiss 42 Zähne, 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Am deutlichsten ausgeprägt und auch am größten sind hiervon die Fangzähne und die Reißzähne (im Oberkiefer sind dies: der vierte Prämolar, im Unterkiefer: der erste Molar).

 

Zahnfehler (angeborene Zahnunterzahl)

Zahnfehler kommen bei unserem Hund leider immer wieder vor, obwohl bereits seit vielen Generationen ausschließlich mit zahnfehlerfreien Hunden gezüchtet wird. Dabei spielt für uns züchterisch nur der angeborene Zahnfehler eine Rolle, während der im späteren Leben erworbene Zahnverlust durch äußere Einwirkung (unter welchen Umständen auch immer) für den Wert unseres Hundes und für die spätere Weiterver-erbung keine Rolle spielt.

Folgende Fälle gelten bei Schäferhunden als Zahnfehlern:

- Fehlen von: 1 Prämolar 3 und 1 weiterer Zahn

- oder 1 Fangzahn

- oder 1 Prämolar 4

- oder 1 Molar 1

- oder 1 Molar 2

- oder insgesamt 3 Zähne und mehr.

Das Fehlen des Molar 3 bleibt unberücksichtigt.

Ausgenom men sind solche Hunde, bei denen das ursprüngliche Vorhandensein des Zahnes oder der Zähne nachgewiesen ist (siehe nach-folgendes Kapitel „Zahnverlust“).

 

Regelung bei der Beurteilung von Zahnverlust!

Äußere Einwirkungen, die zu einer Teilbeschädigung von Zähnen oder zu deren völligem Fehlen führen, bleiben ohne Auswirkungen auf die zu vergebende Zuchtbewertung.

Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das ehemalige Vorhandensein gesunder, kräftiger Zähne bzw. eines einwandfreien Scherengebisses ohne fehlerhafte, gerade Zahnleiste der Schneidezähne zweifelsfrei nachgewiesen wird und auf der Ahnentafel bestätigt ist.

 

 

Kiefernstellungen

Kiefernmängel

Über- und Vorbeißen: Bei eindeutigem Vor- oder Überbiss (Abstand der Schneidezähne des Oberkiefers zu denen des Unterkiefers, Streichholz-stärke oder größer) bedeutet Nachzuchteintragungssperre!

 

Aufbeißen: Geringfügiges Aufbeißen lässt Ankörung in Körklasse II zu.

 

Kariöses Gebiss: Schließt von der Ankörung aus.

 

Abnutzung und Verfärbung: Wenn altersbedingt, in der Bewertung berücksichtigen, jedoch keine wesentliche Herabsetzung in der Bewertung. Bei angegilbtem oder angebräuntem Gebiss, bei dem die Zahnsubstanz erhalten ist, ist Ankörung in Körklasse II möglich.

Quellen: Markus Gleiß, Atzenbrugg, www.schloss-schubert.at, Klaus Thünemann, www.debbys-home.de und Wikepedia "Zahnformel"

Verein für Deutsche Schäferhunde

Ortsgruppe Kolbermoor e.V.

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83043 Bad Aibling

Tel.: 08023/ 10 80

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Infos für Mitglieder

zur Zeit keine Infos vorhanden 

Termine

ab 13.04.2019

Erziehungskurs für Hunde aller Rassen 

auf dem Trainingsgelände der OG Kolbermoor